Fragenbereich: Unterricht in Bewegung und Sport

Ist koedukativer Unterricht im Pflichtgegenstand Bewegung und Sport möglich?
Wie hoch ist die Klassenschülerhöchstzahl in Bewegung und Sport?
Welche Bekleidung muss im Sportunterricht getragen werden?
Müssen Schüler/innen regelmäßig am Unterricht in Bewegung und Sport teilnehmen?
Ist Schwimmen verpflichtend in Bewegung und Sport anzubieten?


Ist koedukativer Unterricht im Pflichtgegenstand Bewegung und Sport möglich?


Im Pflichtgegenstand Bewegung und Sport ist mit Ausnahme der Volksschule ein koedukativer Unterricht nicht vorgesehen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, bei zu geringer Schülerzahl ein Ansuchen um koedukativen Unterricht an die Schulbehörde zu richten. im Freigegenstand bzw. einer unverbindlichen Übung ist die Möglichkeit des koedukativen Unterrichts gegeben, wenn nur Sportarten unterrichtet werden, bei denen keine unterschiedliche Leistungsfähigkeit zwischen Burschen und Mädchen gegeben ist. Näheres ist aus dem Schulorganisationsgesetz zu ersehen.

SchOG § 8b. (1) Der Unterricht in Leibesübungen und Leibeserziehung ist ab der 5. Schulstufe getrennt nach Geschlechtern zu erteilen. Bei nach Geschlechtern getrennter Unterrichtserteilung können Schüler mehrerer Klassen zusammengefaßt werden, soweit hiedurch die festgelegte Klassenschülerhöchstzahl nicht überschritten wird.

(2) Im Freigegenstand und in der unverbindlichen Übung Leibesübungen bzw. Leibeserziehung sowie in den sportlichen Schwerpunkten in Sonderformen darf der Unterricht auch ohne Trennung nach Geschlechtern erteilt werden, sofern diese Unterrichtsveranstaltungen auf Sportarten beschränkt sind, bei denen vom Standpunkt der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit und der koedukativen Führung kein Einwand besteht; unter den gleichen Voraussetzungen darf mit Genehmigung der Schulbehörde erster Instanz der Unterricht in den Pflichtgegenständen Leibesübungen und Leibeserziehung ohne Trennung nach Geschlechtern erteilt werden, wenn bei Trennung nach Geschlechtern wegen zu geringer Schülerzahl nicht für alle Schüler der lehrplanmäßige Unterricht im Pflichtgegenstand Leibesübungen (Leibeserziehung) erteilt werden könnte. Ferner kann der Unterricht in Leibesübungen (Leibeserziehung) ohne Trennung nach Geschlechtern erteilt werden, wenn der Unterricht gleichzeitig durch mehrere Lehrer (im Falle des Unterrichts für mehrere Klassen oder Schülergruppen) erfolgt und wenn dies aus inhaltlichen Gründen (zB Tanz, Schwimmen, Freizeitsportarten) zweckmäßig ist.

(3) (Grundsatzbestimmung) Anstelle des Abs. 1 hat die Ausführungsgesetzgebung hinsichtlich der öffentlichen Pflichtschulen, die keine Übungsschulen sind, zu bestimmen,

a)

ab welcher Schulstufe der öffentlichen Volksschulen und der öffentlichen Sonderschulen in Leibesübungen der Unterricht getrennt nach Geschlechtern zu erteilen ist, wobei im Freigegenstand und in der unverbindlichen Übung Leibesübungen der Unterricht auch ohne Trennung nach Geschlechtern für zulässig erklärt werden kann,

b)

daß an den übrigen öffentlichen Pflichtschulen der Unterricht in Leibesübungen getrennt nach Geschlechtern zu erteilen ist, wobei dem Abs. 2 entsprechende Regelungen getroffen werden können.


Wie hoch ist die Klassenschülerhöchstzahl in Bewegung und Sport?


Die Klassenschülerhöchstzahl beträgt in der Sekundarstufe I (Koorperative Mittelschule, AHS-Unterstufe) 25 Schüler/innen, in der Sekundarstufe II (AHS-Oberstufe, BMHS) 30 Schüler/innen und darf, um Abweisungen zu vermeiden, um maximal 20% überschritten werden (Sekundarstufe I bis 30, Sekundarstufe II bis 36).
Bei nach Geschlechtern getrenntem Unterricht können mehrere Klassengruppen zu einer Klasse zusammengefasst werden, wobei die Klassenschülerhöchstzahl (Sekundarstufe I: 25, Sekundarstufe II: 30 Schüler/innen) nicht überschritten werden darf.
Reine Burschen- bzw. Mädchenklassen müssen daher auch bei Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl 25 bzw. 30 in Bewegung und Sport nur an Sport-RGs geteilt werden.
Klassenzusammenlegungen (2 oder mehrere Gruppen zu einer BSP-Klasse) dürfen allerdings nur bis zur Schülerzahl 25 bzw. 30 erfolgen, da für Klassenzusammenlegungen keine Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl vorgesehen ist.

SchOG § 8b. (1) ... Bei nach Geschlechtern getrennter Unterrichtserteilung können Schüler mehrerer Klassen zusammengefaßt werden, soweit hiedurch die festgelegte Klassenschülerhöchstzahl nicht überschritten wird.
SchOG § 43. (1) Die Klassenschülerzahl an der allgemeinbildenden höheren Schule darf 30 nicht übersteigen und soll 20 nicht unterschreiten. Um Abweisungen zu vermeiden, kann die Klassenschülerhöchstzahl bis zu 20 vH überschritten werden; darüber hat die Schulbehörde erster Instanz zu entscheiden.
(1a) Sofern in Klassen der allgemeinbildenden höheren Schulen ein integrativer Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf erfolgt, sind im Durchschnitt (bezogen auf das Bundesland) mindestens fünf Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu unterrichten. Bei der Feststellung der Klassenschülerzahl gemäß Abs. 1 zählt jedes Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf doppelt. Die Führung von Integrationsklassen ist kein Grund für die Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl gemäß Abs. 1.
SchOG § 57.
Die Klassenschülerzahl an einer berufsbildenden mittleren Schule darf 30 nicht übersteigen und soll 20 nicht unterschreiten. Um Abweisungen zu vermeiden, kann die Klassenschülerhöchstzahl bis zu 20 vH überschritten werden; darüber hat die Schulbehörde erster Instanz zu entscheiden.

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Rundschreiben 20/1998 vom 17.4.1998: SchOG – Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl zur Vermeidung von Abweisungen

Die Personalvertretungs-Aufsichtskommission hat sich in ihrem Gutachten vom 2. Juli 1997, G 1-PVAK/97, mit dem § 71 des Schulorganisationsgesetzes befasst und festgestellt, dass dieser eine Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl nur gestattet, ”wenn dies zur Vermeidung von Abweisungen in einer Schulstufe erforderlich ist; eine Einsparung von Werteinheiten an und für sich rechtfertigt nicht eine Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl”.

Details siehe Rundschreiben 20/1998: SchOG – Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl zur Vermeidung von Abweisungen


Welche Bekleidung muss im Sportunterricht getragen werden?


Die Sportkleidung muss sowohl für Schüler/innen als auch für Lehrer/innen hygienisch (atmungsaktiv, schweißsaugend und gut waschbar) sein, volle Bewegungsfreiheit gewährleisten und darf nicht zu einer Unfallquelle werden. Wie zahlreiche Vorfälle zeigen, kann auch das Tragen von Uhren und Schmuckgegeständen (Halsketten, Armringe, Ohrringe usw.) zu Unfällen führen, sodass diese vor dem Unterricht zu entfernen sind. Piercings sind nach Möglichkeit zu überkleben.

Auszug aus dem Rundschreiben des Bildungsministeriums Nr. 20/2003 vom 1.7.2003:

Die Erziehung und Vorbereitung zu gesunder Bewegung und Sport in Schule und Freizeit setzt sowohl aus pädagogischen und hygienischen Gründen als auch im Interesse der Sicherheit der Übenden für Schüler/innen sowie für Lehrer/innen im Unterricht aus Leibesübungen eine zweckmäßige Kleidung voraus.

(1) Bekleidung
Die Sportkleidung muss hygienisch (atmungsaktiv, schweißsaugend und gut waschbar) sein, volle Bewegungsfreiheit gewährleisten und darf nicht zu einer Unfallquelle werden. Bei kühlen Temperaturen und beim Aufenthalt im Freien kann die zusätzliche Verwendung weiterer geeigneter (wärmender) Sportkleidung notwendig sein. Von den sportlichen Aktivitäten, dem genutzten (Hallen)Boden und der Beurteilung der hygienischen Umstände wird es abhängen, ob und welche Sportschuhe Schüler/innen tragen sollen.

Die im Unterricht aus Leibesübungen verwendete Sportkleidung und Sportschuhe dürfen nicht gleichzeitig als Alltagskleidung dienen.

(3) Uhren und Schmuck
Im Unterricht aus Leibesübungen ist das Tragen von Uhren und Schmuck jeder Art wegen der von ihnen ausgehenden Verletzungsgefahren für die Schülerin/den Schüler selbst oder für andere Schülerinnen/Schüler nicht zulässig.

Ein besonderes Augenmerk ist dabei den sogenannten "Freundschaftsbändern" und vor allem dem möglichen Körperschmuck (Piercing) von Schüler/innen zu widmen. Jene Gegenstände, die ohne hygienischen Schaden oder hygienisches Risiko für die Bewegungs- bzw. Sportzeit entfernt werden können, sind vor dem Unterricht durch die Schülerin oder den Schüler zu entfernen.

Kann dies nicht geschehen, so sind entsprechende Maßnahmen (z.B. Abkleben mit einem geeigneten Klebeband, Freundschaftsbänder mit Schweißband oder elastischer Binde überdecken) zu finden, die eine sportliche Aktivität ohne Eigengefährdung oder Gefährdung Anderer ermöglicht.

Ist auch auf diese Art keine befriedigende Schutzmaßnahme zu erzielen (z.B. bei frisch gestochenen bzw. nicht abgeheilten Piercings oder auch Intimpiercings), muss im ärztlichen Einvernehmen (Schulärztin/Schularzt) und im Einvernehmen mit den Eltern und/oder Erziehungsberechtigten der allfällige Umfang der Befreiung von bestimmten Aktivitäten festgelegt werden. Eine gänzliche oder überwiegende Befreiung vom Unterrichtsgegenstand Leibesübungen ist durch ein Piercing grundsätzlich nicht gerechtfertigt.

Details siehe Rundschreiben 20/2003: Bekleidung, Piercing und Körperpflege


Müssen Schüler/innen regelmäßig am Unterricht in Bewegung und Sport teilnehmen?


Der Gegenstand Bewegung und Sport ist ein Pflichtgegenstand, der regelmäßig besucht werden muss. Es besteht jedoch die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung zu erwirken. Grund für eine Befreiung kann nur ein körperliches Gebrechen sein, das die Schülerin / den Schüler im Unterricht wesentlich behindert.
Bei der Erteilung einer Befreiung hat die Behörde restriktiv vorzugehen. Die Befreiung wird vom Schulleiter in der Regel auf Grund eines Gutachtens des Schularztes für einen bestimmten Zeitraum ausgesprochen. Kann wegen einer Befreiung keine Beurteilung erfolgen, wird im Zeugnis der Vermerk "befreit" eingetragen. Dieser Vermerk ist mit Ausnahme der Schulen mit sportlichem Schwerpunkt kein Hindernis für das Aufsteigen in die nächste Klasse.

Nimmt jedoch eine Schülerin / ein Schüler ohne Befreiung, Krankheit oder Berechtigung zum Fernbleiben nicht am Bewegung und Sport-Unterricht teil, stellt dies einen schweren Verstoß gegen die Pflichten der Schüler dar. Kann auf Grund zahlreicher Fehlstunden keine Beurteilung erfolgen und wird auch eine Feststellungsprüfung versäumt, wird die Schülerin / der Schüler nicht abgeschlossen. Ein Aufsteigen in die nächste Klasse ist in einem solchen Fall nicht möglich. Zu einer Wiederholungsprüfung kann nicht angetreten werden. Wie in jedem anderen Pflichtgegenstand ist auch in Bewegung und Sport eine positive Beurteilung Voraussetzung für das Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe.

Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst vom 24. Juni 1974, BGBl 368, über die Befreiung von der Teilnahme an einzelnen Pflichtgegenständen und verbindlichen Übungen (die vollständige Verordnung kann im Bereich Rechtsquellen nachgelesen werden)

§ 1. (1) Schüler, die durch ein körperliches Gebrechen an der Teilnahme am Unterricht in einzelnen Pflichtgegenständen oder verbindlichen Übungen wesentlich behindert sind oder deren Gesundheit durch die Teilnahme gefährdet wäre, sind nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen von der Teilnahme am Unterricht zu befreien, wobei die Eigenschaft eines ordentlichen Schülers nicht verloren wird, soweit die Befreiung die in den §§ 2 bis 5 gesetzten Fristen nicht übersteigt und all fällig dort vorgeschriebene Prüfungen abgelegt werden.
(2) Bei der Gewährung von Befreiungen ist ein strenger Maßstab anzulegen. Es ist dabei zu erwägen, ob dem Schüler bei einer individuellen Behandlung, insbesondere bei Nachsicht bestimmter Fertigkeitsleistungen, die Teilnahme am Unterricht möglich wäre. Im Pflichtgegenstand Leibesübungen und in der verbindlichen Übung Leibesübungen ist darauf Bedacht zu nehmen, daß die körperliche Durchbildung aller Schüler, insbesondere der schwächlichen oder behinderten, aus medizinischen und pädagogischen Gründen von größter Wichtigkeit ist.
(3) Die Befreiung ist für die voraussichtliche Dauer der Behinderung zu gewähren. Ist ein Schüler in einem Schuljahr von der Teilnahme am Unterricht in einzelnen Pflichtgegenständen oder verbindlichen Übungen befreit und besteht der Behinderungsgrund über die Dauer eines Schuljahres hinaus, so ist am Beginn eines jeden Schuljahres zu überprüfen, ob der Behinderungsgrund noch vorliegt. Nach Wegfall des Behinderungsgrundes ist die Befreiung aufzuheben.

§ 2. (2) Im Pflichtgegenstand ... Leibesübungen an der Hauptschule unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung kann die Befreiung bis zu einem Höchstausmaß von zwölf Monaten gewährt werden. Nach Wegfall des Behinderungsgrundes ist eine Prüfung über den während der Befreiung durchgenommenen Lehrstoff abzulegen. Für die Durchführung der Prüfung sind die Bestimmungen über die Feststellungs- und Nachtragsprüfung (§ 20 Abs. 2 und 3 des Schulunterrichtsgesetzes) sinngemäß anzuwenden.

§ 3. (4) Die Befreiung kann gewährt werden bis zu einem Höchstausmaß von zwölf Monaten im Pflichtgegenstand ...
f) Leibesübungen am Realgymnasium und Oberstufenrealgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung.
Nach Wegfall des Behinderungsgrundes ist eine Prüfung über den während der Befreiung durchgenommenen Lehrstoff abzulegen. Für die Durchführung der Prüfung sind die Bestimmungen über die Feststellungs- und Nachtragsprüfung (§ 20 Abs. 2 und 3 des Schulunterrichtsgesetzes) sinngemäß anzuwenden.


Wo finde ich Informationen zu den Lehrplänen?


Der Lehrplan zur Sekundarstufe I (Hauptschule und AHS-Unterstufe) gilt ab dem 1.9.2000 im Bereich der Fachlehrpläne für die 1. Klassen und in den folgenden Jahren aufsteigend. Der allgemeine Teil ist mit diesem Datum für alle Klassen der Hauptschule und die gesamte AHS (Unterstufe und Oberstufe) in Kraft getreten.

Lehrplantext:
Lehrplan Hauptschule - allgemeiner Teil
Lehrplan Hauptschule - Fachlehrplan Bewegung und Sport
Lehrplan Sport-Hauptschule - Fachlehrplan Bewegung und Sport
Lehrplan Ski-Hauptschule - Fachlehrplan Bewegung und Sport
Lehrplan AHS - allgemeiner Teil
Lehrplan AHS - Fachlehrplan Bewegung und Sport (Unterstufe)
Lehrplan AHS-Oberstufe / BMHS

Interpretationen:
Die neuen Lehrpläne - eine Zusammenfassung
Was stand im alten Lehrplan? - Ein Vergleich
Was ändert sich allgemein am neuen Lehrplan?


Welche Formen der Leistungsfeststellung dürfen in Bewegung und Sport durchgeführt werden?


Die Durchführung der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung ist in der Leistungsbeurteilungsverordnung (LbVO) geregelt. Für Bewegung und Sport sind vor allem folgende Bereiche bedeutsam: LbVO §§ 1-3 (Allgemeine Bestimmungen), § 4 (Mitarbeit) und § 9 (Praktische Leistungsfeststellungen) und zur Leistungsbeurteilung LbVO § 11 (Grundsätze) und § 14 (Beurteilungsstufen).

Für die Leistungsbeurteilung sind demnach heranzuziehen (LbVO § 3 (1)):

1. die Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht und
2. besondere praktische Leistungsfeststellungen.

ad 1:
Die Mitarbeit umfasst (LbVO § 4 (1))
- alle in die Unterrichtsarbeit eingebundenen praktischen Leistungen
- Leistungen im Zusammenhang mit der Sicherung des Unterrichtsertrages,
- Leistungen bei der Erarbeitung neuer Lehrstoffe,
- Leistungen im Zusammenhang mit dem Erfassen und Verstehen von unterrichtlichen Sachverhalten,
- Leistungen im Zusammenhang mit der Fähigkeit, Erarbeitetes richtig einzuordnen und anzuwenden.

ad 2:
Bei praktischen Leistungsfeststellungen sind mangelnde Anlagen und mangelnde körperliche Fähigkeiten bei erwiesenem Leistungswillen zu Gunsten des Schülers zu berücksichtigen. (LbVO §11 (9)) Dies gilt allerdings nicht für Schulen mit sportlichem Schwerpunkt.
Bei praktischen Leistungsfeststellungen ist die Einbeziehung mündlicher, schriftlicher, praktischer und graphischer Arbeitsformen zulässig. (LbVO §3 (2))

Details zur Leistungsbeurtielung in Bewegung und Sport können auch in einer Broschüre nachgelesen werden.

Leistungsbeurteilungsverordnung vom 24. Juni 1974, BGBl 371 (Auszug)

§ 2. (1) Der Leistungsfeststellung sind nur die im Lehrplan festgelegten Bildungs- und Lehraufgaben und jene Lehrstoffe zugrundezulegen, die bis zum Zeitpunkt der Leistungsfeststellung in der betreffenden Klasse behandelt worden sind.
(2) Die Leistungsfeststellungen sind möglichst gleichmäßig über den Beurteilungszeitraum zu verteilen.
(3) Die vom Lehrer jeweils gewählte Form der Leistungsfeststellung ist dem Alter und dem Bildungsstand der Schüler, den Erfordernissen des Unterrichtsgegenstandes, den Anforderungen des Lehrplanes und dem jeweiligen Stand des Unterrichtes anzupassen.
(4) Eine Leistungsfeststellung ist insoweit nicht durchzuführen, als feststeht, daß der Schüler wegen einer körperlichen Behinderung eine entsprechende Leistung nicht erbringen kann oder durch die Leistungsfeststellung gesundheitlich gefährdet ist.
(5) Die Leistungsfeststellungen haben auf das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern, Schülern und Erziehungsberechtigten Bedacht zu nehmen und zur sachlich begründeten Selbsteinschätzung hinzuführen.
(6) Die Feststellung der Leistungen der einzelnen Schüler ist in den Unterricht so einzubauen, daß auch die übrigen Schüler der Klasse aus der Leistungsfeststellung Nutzen ziehen können.
(7) Leistungsfeststellungen sind während des Unterrichtes durchzuführen. Dies gilt nicht für Wiederholungs- und Nachtragsprüfungen. Schularbeiten für einzelne Schüler dürfen auch außerhalb des Unterrichtes nachgeholt werden.
(8) An den letzten drei Unterrichtstagen vor einer Beurteilungskonferenz ist die Durchführung einer Leistungsfeststellung nur mit Zustimmung des Schulleiters zulässig. Der Schulleiter darf diese Zustimmung nur dann erteilen, wenn wichtige Gründe hiefür vorliegen. Diese Bestimmung findet auf die Berufsschulen keine Anwendung.

§ 3. (1) Der Leistungsfeststellung zum Zweck der Leistungsbeurteilung dienen:
   a) die Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht,
   ...
   d) besondere praktische Leistungsfeststellungen, ...
(2) ... Bei praktischen Leistungsfeststellungen ist die Einbeziehung mündlicher, schriftlicher, praktischer und graphischer Arbeitsformen zulässig.
(3) Die unter Abs. 1 lit. c genannten Formen der Leistungsfeststellung dürfen nie für sich allein oder gemeinsam die alleinige Grundlage einer Semester- bzw. Jahresbeurteilung sein.
...
§ 4. (1) Die Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht umfaßt den Gesamtbereich der Unterrichtsarbeit in den einzelnen Unterrichtsgegenständen und erfaßt:
   a) in die Unterrichtsarbeit eingebundene mündliche, schriftliche, praktische und graphische Leistungen,
   b) Leistungen im Zusammenhang mit der Sicherung des Unterrichtsertrages einschließlich der Bearbeitung von Hausübungen,
   c) Leistungen bei der Erarbeitung neuer Lehrstoffe,
   d) Leistungen im Zusammenhang mit dem Erfassen und Verstehen von unterrichtlichen Sachverhalten,
   e) Leistungen im Zusammenhang mit der Fähigkeit, Erarbeitetes richtig einzuordnen und anzuwenden.
Bei der Mitarbeit sind Leistungen zu berücksichtigen, die der Schüler in Alleinarbeit erbringt und Leistungen des Schülers in der Gruppen- und Partnerarbeit.
(2) Einzelne Leistungen im Rahmen der Mitarbeit sind nicht gesondert zu benoten.
(3) Aufzeichnungen über diese Leistungsfeststellungen sind so oft und so eingehend vorzunehmen, wie dies für die Leistungsbeurteilung erforderlich ist.

§ 9. (1) Praktische Leistungsfeststellungen sind in Form von praktischen Prüfungen durchzuführen, die das Ergebnis der lehrplanmäßig vorgesehenen Arbeiten und sonstigen praktischen Tätigkeiten der Schüler als Grundlage haben. ...
(2) Praktische Prüfungen dürfen nur durchgeführt werden, wenn die Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht für eine sichere Leistungsbeurteilung für ein Semester oder für eine Schulstufe nicht ausreicht. Überdies hat der Schüler das Recht, in Unterrichtsgegenständen mit überwiegend praktischer Tätigkeit in jedem Semester eine praktische Prüfung auf Verlangen abzulegen; der gewünschte Prüfungstermin ist dem prüfenden Lehrer mindestens zwei Wochen vorher bekanntzugeben; dem Terminwunsch ist nach Möglichkeit zu entsprechen.
(3) Bei der Durchführung praktischer Leistungsfeststellungen sind die Grundsätze des pädagogischen Ertrages und der Sparsamkeit zu beachten.
(4) Auf Fehler, die während einer praktischen Leistungsfeststellung auftreten und die die weitere Lösung der Aufgabe wesentlich beeinflussen, ist nach Möglichkeit sogleich hinzuweisen.
(5) Praktische Leistungsfeststellungen in einem Übungsbereich dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn dem Schüler angemessene Gelegenheit zur Übung in diesem Übungsbereich geboten wurde. Häusliche Arbeit darf für praktische Leistungsfeststellungen nicht herangezogen werden. ...

§ 11. ... (5) Das Verhalten des Schülers in der Schule und in der Öffentlichkeit darf in die Leistungsbeurteilung nicht einbezogen werden. ...
(8) Schüler, bei denen hinsichtlich der Leistungsfeststellung § 2 Abs. 4 anzuwenden ist, sind entsprechend den Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den wegen der körperlichen Behinderung bzw. auf die gesundheitliche Gefährdung erreichbaren Stand des Unterrichtes zu beurteilen, soweit die Bildungs- und Lehraufgabe des betreffenden Unterrichtsgegenstandes grundsätzlich erreicht wird.
(9) Bei der Beurteilung der Leistungen eines Schülers in Bildnerischer Erziehung, Leibeserziehung, Leibesübungen, Musikerziehung und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sind mangelnde Anlagen und mangelnde körperliche Fähigkeiten bei erwiesenem Leistungswillen zugunsten des Schülers zu berücksichtigen. soweit § 13 nichts anderes bestimmt.


Ist Schwimmen verpflichtend in Bewegung und Sport anzubieten?


Auf Grund der manchmal lebensrettenden Funktion der Fertigkeit Schwimmen ist diese als einzige Sportart in den Lehrplan aufgenommen worden. Die Schulen müssen daher ein besonderes Augenmerk auf die Vermittlung eines ausreichenden Schwimmkönnens legen. Da es in gewissen Regionen nicht möglich sein wird, regelmäßigen Schwimmunterricht zu erteilen, bietet der Lehrplan auch die Möglichkeit, den Schwimmunterricht zu blocken.

Lehrplan Leibesübungen – did. Grundsätze:
"Für wesentliche Inhalte (zB das Erlernen und Verbessern des Schwimmkönnens) ist auch die Abwicklung des Unterrichts in Kurs- oder Blockform an geeigneten Übungsstätten vorzusehen, um so den Unterrichtsertrag zu sichern."
Lehrplan Leibesübungen – Lehrstoff: Könnens- u. leistungsorientierte Bewegungshandlungen 1./2. Klassen:
"Vielfältiges Bewegen und Spielen im Wasser; Schwimmen können in einer Schwimmlage. Einfache Sprünge."
Lehrplan Leibesübungen – Lehrstoff: Könnens- u. leistungsorientierte Bewegungshandlungen 3./4. Klassen:
"Schnell und ausdauernd in einer Lage auch in Wettkampfform schwimmen; allenfalls Kennenlernen einer weiteren Lage. Sprünge."